Fazit

Im Vorfeld der Landtagswahl in Bayern konnten wir mit der vorliegenden Analyse einige interessante Aspekte beleuchten. Uns hat dabei vor allem erstaunt, wie unterschiedlich die Parteien aus technischer Sicht vorbereitet sind – und teilweise offenbar kein Bewusstsein im Hinblick auf die Tragweite besteht.

Wirklich ausschlaggebend bei der Erreichung der Kommunikationsziele sind jedoch die Inhalte. Und hier unterschieden sich die Parteien ebenso gravierend. Die reine Existenz eines Wahlprogramms garantiert noch lange nicht, dass man eine Partei mit den jeweils erwünschten Inhalten assoziiert. Allerdings ist ein nicht allzu einseitiges Wahlprogramm Voraussetzung für eine (seriöse) öffentliche Wahrnehmung.

Wir konnten feststellen, dass keine Partei eine optimale Zielgruppenansprache realisieren konnte. Während die AfD sich über zu einseitig und aggressiv konnotierte Inhalte absetzt, nutzen die anderen Parteien viel zu oft Formulierungen und Phrasen, nach denen die Interessierten kaum oder gar nicht suchen. 

Erschreckend war jedoch festzustellen, dass die Fragen der Zielgruppe nicht ausreichend beantwortet werden. Hier zeigte sich nur die AfD relativ stark. Im Sinne der demokratisch notwendigen Vielfalt müssen die anderen Parteien deutlich leichter für grundsätzliche Fragen erreichbar sein.

Wir konnten in den Suchergebnissen die lange Geschichte der CSU und ihre Arbeit als aktuell regierende Partei nachzeichnen. Zudem lassen sich die Bemühungen der CSU erkennen, einem sehr problematischen Thema zu begegnen: der Flüchtlingspolitik – ein Thema, welches von anderen Parteien eher gemieden wird. Ganz eindeutig lassen sich auch die rhetorischen Angriffe der AfD gegen die CSU und ihre Schwesterpartei beobachten. Potenzielle Überlegungen der Wähler zu einem möglichen „Rechtsruck“ der CSU konnten nicht abgeleitet werden. In Bayern beobachten wir eine überwiegend kritische Haltung gegenüber der AfD.

Enttäuscht hat in dieser Analyse die SPD, die viel zu oft nicht die geeigneten Formulierungen in einem geeigneten technischen Umfeld findet. Die Inhalte zum Parteijubiläum können hier nicht nachweislich zur zielgerichteten Präsenz beitragen. Die FDP hingegen sticht mit dem geeigneten Vokabular und provokanten Themen in Teilen durchs Einerlei der Parteien hindurch.

Die Grünen präsentieren sich mit ihrer Website mit besonders leicht und einfach zu konsumierenden Inhalten – deutlich leichter, als alle anderen Parteien. Sie reduzieren ihre Botschaften auf wesentliche Aspekte und unterstreichen ihre persönliche Nähe. Das macht gute Laune bei der Bedienung – auch wenn es in diesem Fall zu Lasten der Themendiversität, und damit auch zu Lasten der Sichtbarkeit in den Suchmaschinen geht.

Während wir diese Zeilen schreiben, ist der Waghlkampf weiter in vollem Gange. Wir werden die weitere Entwicklung verfolgen und in einem Follow Up aufarbeiten. 

 



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